Das erste Heimspiel der Saison 2026/27 ist gespielt und die SG Bremen-Ost hat die ersten beiden Punkte eingefahren. Vor nahezu ausverkauftem Haus setzte sich die Mannschaft gegen den Stadtnachbarn HSG Delmenhorst mit 30:27 durch. Was am Ende nach einem sicheren Heimsieg aussieht, war über weite Strecken allerdings deutlich umkämpfter. Die SG machte sich das Leben vor allem durch eine hohe Zahl an Fehlwürfen und technischen Fehlern unnötig schwer.
Dabei erwischten die Hausherren einen starken Start. Vor allem die Abwehr stand von Beginn an kompakt und ließ der HSG zunächst nur wenig Raum. Nach 3:54 Minuten erzielte Ole Fietze den ersten Treffer für die SG zum 1:1, wenig später brachte Nick Heilenkötter die Bremer erstmals mit 2:1 in Führung. Nach knapp zwölf Minuten stand es bereits 6:3. Erst in der 13. Minute kam Delmenhorst zum vierten Treffer der Partie.
Eigentlich war zu diesem Zeitpunkt alles angerichtet für eine frühe Vorentscheidung. Die Abwehrarbeit stimmte, Delmenhorst hatte Probleme, sich gegen die Bremer Defensive klare Chancen zu erspielen. Im Angriff versäumte es die SG allerdings, den guten Start in einen deutlicheren Vorsprung umzumünzen. Zu viele freie Würfe blieben ungenutzt, dazu kamen technische Fehler. Statt sich früh mit sieben oder acht Toren abzusetzen, blieb die HSG im Spiel.
Die SG legte zunächst trotzdem weiter vor. Jonas Keller traf mehrfach, Ole Fietze übernahm Verantwortung und auch im Tempospiel kamen die Bremer immer wieder zu guten Möglichkeiten. Nach 16:29 Minuten stand es 9:5. Delmenhorst kämpfte sich jedoch zurück und verkürzte innerhalb kurzer Zeit auf 9:7. Die SG reagierte mit einer Auszeit und bekam anschließend wieder mehr Kontrolle. Über 12:9 und 13:9 ging es bis auf 15:9 nach 25:40 Minuten.
Doch auch dieser Vorsprung brachte keine Ruhe in die Partie. Delmenhorst gab sich nicht geschlagen und verkürzte bis zur Pause noch einmal deutlich. Innerhalb weniger Minuten wurde aus einem 15:9 ein 15:12. Erst mit dem Treffer von Jonas Keller kurz vor Ende der ersten Halbzeit stellte die SG den Viertorevorsprung wieder her. Mit 16:12 ging es in die Kabinen.
Auch nach dem Seitenwechsel setzte sich das Bild fort. Die SG konnte sich immer wieder absetzen, Delmenhorst fand aber regelmäßig eine Antwort. Nach 32:27 Minuten stand es 17:13, kurz darauf war die HSG beim 17:15 wieder bis auf zwei Tore heran. Die Bremer legten erneut nach und führten zwischenzeitlich mit 20:17 und 24:20. Eine wirkliche Vorentscheidung wollte dennoch nicht fallen.
Großen Anteil daran, dass die SG trotzdem stets die Kontrolle behielt, hatte Torwart Pierre Kohaupt. Mit insgesamt 18 Paraden wurde er zu einem der entscheidenden Faktoren der Partie. Dazu brachte er sich auch offensiv ein. Beim Delmenhorster Spiel mit dem siebten Feldspieler nutzte Kohaupt die Möglichkeit, ins leere Tor zu treffen, und erzielte selbst zwei Treffer. Seine Paraden und sein schnelles Umschaltspiel sorgten immer wieder dafür, dass die SG das Tempo hochhalten konnte.
In der Offensive setzte vor allem Jonas Keller Akzente. Mit viel Tempo, starkem Eins gegen Eins und einem guten Blick für seine Mitspieler war er über weite Strecken einer der auffälligsten Bremer. Mit sechs Treffern war Keller zudem bester Torschütze der SG.
Eine starke Partie zeigte auch Ole Fietze. Als Allrounder und Spielmacher lenkte er das Bremer Spiel, setzte seine Mitspieler ein und sorgte selbst immer wieder für Torgefahr. Gleichzeitig war er in der Abwehr eine wichtige Säule und ging über 60 Minuten voran. Insgesamt erzielte Fietze fünf Treffer.
Auch Neuzugangneuzug Jakob Naumann erzielte zwei Treffer und damit seine ersten beiden Tore im Ligabetrieb für die SG Bremen-Ost. Beide Treffer fielen bereits in der ersten Halbzeit, darunter das wichtige 10:7 sowie das 15:9.
In der Schlussphase wurde es noch einmal unnötig eng. Nach dem 26:23 durch Pascal Reimer und einer weiteren Delmenhorster Auszeit lag die SG in der 54. Minute weiter mit drei Toren vorne. Danach erhöhte die Mannschaft zunächst wieder auf 28:24. Mit dem 29:25 per Siebenmeter und dem 30:25 durch Fietze schien die Partie entschieden. Doch in den letzten zwei Minuten kassierten die Bremer noch zwei unnötige Gegentore und machten es beim 30:27 noch einmal spannend. Mehr ließ die SG allerdings nicht mehr zu.
Trainer Luke Pehling zeigte sich nach der Partie vor allem mit dem Ergebnis zufrieden, sah aber gleichzeitig klare Ansatzpunkte für die kommenden Wochen:
„Am Ende war es das erwartete kämpferische Spiel. Was sich aber durch die ganze Partie gezogen hat, waren unsere Fehlwürfe. 23 Fehlwürfe kannst du dir in der Oberliga nicht leisten. Das Tempospiel war gut, aber gerade in den ersten Minuten waren wir zu nervös, haben zu viele Fehler gemacht und uns für eine eigentlich gut geführte Partie mit einer starken Abwehr nicht belohnt. Dadurch bleibt so ein Spiel bis zum Ende kämpferisch und offen. Für uns zählt erstmal der Sieg, aber daran müssen und werden wir weiterarbeiten.“
Sportlicher Leiter Lennart Bergmann zog nach dem ersten Heimauftritt ein positives Fazit:
„Wir sind froh, dass wir die ersten beiden Punkte auf dem Konto haben. Natürlich sind die Jungs beim ersten Spiel nervös, die Erwartungen sind auch hoch. Wir verpassen es leider, uns in den ersten 15 Minuten direkt deutlich abzusetzen und den Deckel auf die Partie zu machen. Daran werden wir arbeiten. Gleichzeitig bin ich sehr froh, dass wir es geschafft haben, die Halle am ersten Spieltag direkt fast auszuverkaufen. Ich denke, das macht Lust auf mehr Heimspiele.“
Unterm Strich steht für die SG Bremen-Ost ein verdienter 30:27 Heimsieg und damit ein gelungener Start in die neue Oberliga-Saison. Die Leistung war noch nicht über 60 Minuten konstant, vor allem die Chancenverwertung bleibt ein Thema. Die ersten beiden Punkte sind aber da und genau das zählt zum Auftakt.
Weiter geht es bereits am kommenden Samstag, den 12. September, um 18:30 Uhr. Dann ist die SG auswärts bei der HSG Rotenburg zu Gast.