Die SG Bremen-Ost hat auch ihr zweites Heimspiel der Saison gewonnen. Gegen den TV Schiffdorf setzte sich die Mannschaft am Sonntag mit 33:26 durch und bleibt damit nach drei Spieltagen mit 6:0 Punkten in der Spitzengruppe.
Dabei war die Partie ursprünglich gar nicht als Heimspiel in Bremen angesetzt. Aufgrund eines Wasserschadens in der Halle des TV Schiffdorf musste die Begegnung kurzfristig nach Hemelingen verlegt werden. Für die SG war die ungewohnte Anwurfzeit am Sonntag um 17 Uhr damit noch einmal eine zusätzliche Herausforderung.
Dass Schiffdorf ein unangenehmer Gegner sein kann, wusste man in Bremen noch aus der vergangenen Saison. Damals setzte sich der TVS im Hinspiel mit 36:32 durch, im Rückspiel kam die SG nicht über ein 28:28 hinaus. Der TV Schiffdorf belegte am Ende der vergangenen Saison Platz acht und war mit einem knappen Sieg gegen Rotenburg sowie einer deutlichen Niederlage gegen den HC Bremen in die neue Spielzeit gestartet.
Diesmal entwickelte sich die Partie von Beginn an komplett anders.
Die SG erwischte einen Traumstart. Jakob Naumann eröffnete nach 1:30 die Partie, kurz darauf traf Torwart Pierre Kohaupt selbst zum 2:0. Jonas Keller und Marin Wrede erhöhten weiter, ehe Glenn Rades nach nicht einmal zehn Minuten das 7:1 erzielte. Schiffdorf musste bereits nach 10 Minuten die erste Auszeit nehmen.
Gerade in dieser Anfangsphase passte bei den Bremern nahezu alles. Die Abwehr stand kompakt und stellte die wichtigsten Angreifer des TV Schiffdorf früh vor Probleme. Dahinter sorgte Pierre Kohaupt mit mehreren starken Paraden für den nötigen Rückhalt. Besonders auffällig war, wie konsequent die SG die gefährlichsten Spieler der Gäste aus dem Spiel nahm. Jannik Göbel, der zu den torgefährlichsten Akteuren der Schiffdorfer zählt, kam über die gesamten 60 Minuten lediglich auf einen Treffer.
Gleichzeitig rollte die erste und zweite Welle. Bremen schaltete nach Ballgewinnen sofort um, Kohaupt setzte seine Mitspieler immer wieder mit guten Pässen in Szene und Jonas Keller drückte der Partie mit seinem enormen Tempo seinen Stempel auf. Keller erzielte selbst fünf Treffer und schuf mit seiner Dynamik immer wieder Räume für seine Nebenleute.
Nach der starken Anfangsphase bekam die SG allerdings einen kleinen Bruch ins eigene Spiel. Schiffdorf kämpfte sich Tor um Tor zurück und verkürzte innerhalb weniger Minuten von 10:5 auf 10:8. Kurz vor der Halbzeit wurde es dann noch einmal richtig eng. Nach vier Treffern der Gäste in Serie stand plötzlich nur noch ein 14:13 auf der Anzeigetafel. Bremen fing sich jedoch rechtzeitig und antwortete selbst mit vier Toren hintereinander. Mit 18:13 ging es in die Pause.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb die SG die Mannschaft mit den besseren Antworten. Schiffdorf kam zwischenzeitlich noch einmal auf drei Tore heran, doch Bremen kontrollierte die Partie zunehmend. Jonas Keller, Glenn Rades und Jakob Naumann trafen in dieser Phase regelmäßig, während die Gäste das hohe Tempo der Bremer über weite Strecken nicht mitgehen konnten.
Spätestens Mitte der zweiten Halbzeit war die Richtung klar. Nach dem 27:21 durch Glenn Rades baute die SG den Vorsprung weiter aus. In der 54. Minute traf Fabian Rüsch zum 31:21 und stellte damit den bis dahin größten Abstand des Spiels her. Zehn Tore Vorsprung, die Begegnung schien entschieden.
In den letzten fünf Minuten ließ Bremen dann allerdings die Konsequenz vermissen. Nach einer Zeitstrafe gegen Felix Laube nutzte Schiffdorf mehrere Unachtsamkeiten der Gastgeber und verkürzte innerhalb weniger Minuten von 31:22 bis auf 31:26. Erst ein verwandelter Siebenmeter von Jonas Keller und ein Treffer von Pascal Reimer knapp 20 Sekunden vor Schluss sorgten wieder für klare Verhältnisse. Am Ende stand ein 33:26 auf der Anzeigetafel.
Mit zehn Treffern war Glenn Rades der beste Torschütze der SG. Er benötigte dafür lediglich zwölf Versuche.
Trainer Luke Pehling zeigte sich nach dem Spiel entsprechend zufrieden:
„Wir haben vieles von dem umgesetzt, was wir vorher erarbeitet haben. Gerade in der Abwehr wollten wir von Anfang an präsent sein und Schiffdorf durch unsere unterschiedlichen offensiven und defensiven Formationen immer wieder den Zugang zum Spiel nehmen. Das ist uns gut gelungen. Auch unser Angriffsspiel war erfreulich. Trotzdem gibt es gerade in der zweiten Halbzeit noch Situationen, in denen wir im Angriff cleverer und konsequenter agieren müssen.“
Auch Teammanager Lennart Bergmann sah einen klaren Entwicklungsschritt:
„Wir freuen uns über den ersten Sieg gegen Schiffdorf in der Oberliga und haben heute viele gute Ansätze gesehen, auf denen wir aufbauen können. Gerade die Anfangsphase hat gezeigt, wie wir solche Spiele dominieren können. Am Ende fehlt uns noch ein bisschen die Abgezocktheit, ein Spiel nach zehn oder 15 Minuten endgültig zu entscheiden und einen Vorsprung dann auch konsequent bis zum Ende auszuspielen. Aber gerade im Vergleich zu den beiden Spielen gegen Schiffdorf in der vergangenen Saison haben wir einen großen Schritt in unserer Entwicklung gemacht.“
Das Ergebnis fällt mit sieben Toren am Ende etwas knapper aus, als es der Spielverlauf zwischenzeitlich vermuten ließ. Dennoch nimmt die SG erneut zwei Punkte mit und steht nach dem Wochenende mit 6:0 Punkten auf Platz zwei.Viel Zeit zum Durchatmen bleibt ohnehin nicht. Bereits am kommenden Samstag wartet das nächste Heimspiel. Um 19:00 Uhr empfängt die SG Bremen-Ost die TSG Hatten-Sandkrug, die aktuell mit 2:4 Punkten auf Platz sieben steht. Dann heißt es erneut: Heimspiel in Hemelingen und volle Unterstützung von den Rängen.