Die SG Bremen-Ost bleibt auch nach dem vierten Spieltag ungeschlagen. Gegen die TSG Hatten-Sandkrug setzte sich die Mannschaft am Samstagabend mit 39:28 durch und feierte damit den bislang höchsten Heimsieg der Saison. Nach vier Spielen stehen 8:0 Punkte zu Buche, damit bleibt die SG auf Platz zwei der Tabelle.
Dabei waren die Voraussetzungen alles andere als optimal. Zu den Langzeitverletzten Fynn Weber, Yannick Schröder und Ragnar Diering kamen weitere Ausfälle hinzu. Ole Fietze, Marin Wrede, Marvin Ellmers und Tilman Dehmel fehlten urlaubsbedingt, Marko Berdar, Rieko Seekamp und Marc Schwittek standen aus privaten beziehungsweise gesundheitlichen Gründen nicht zur Verfügung. Als Unterstützung rückte deshalb Tammo Bischoff aus der zweiten Mannschaft in den Kader. Auch Teammanager Lennart Bergmann stellte sich trotz seiner eigentlichen Rolle an diesem Abend wieder auf die Platte. Am Ende standen lediglich 13 Spieler auf dem Spielbericht.
Das Hatten keineswegs vorhatte, die Punkte kampflos in Bremen zu lassen, zeigte sich von der ersten Minute an. Die Gäste gingen per Siebenmeter mit 1:0 in Führung, Bremen antwortete jedoch sofort. Jakob Naumann, Jonas Keller und Glenn Rades drehten die Partie innerhalb weniger als einer Minute. Danach entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Hatten blieb dran, ging beim 5:6 und 6:7 sogar wieder in Führung. Nach rund 20 Minuten hatte die SG das Spiel dann zunächst besser im Griff. Keller, Rades und Pierre Kohaupt erhöhten auf 14:9.
Bis dahin war allerdings von einem ruhigen Handballabend keine Rede. Das Spiel wurde in der ersten Halbzeit immer wieder durch Entscheidungen der Unparteiischen unterbrochen. Die SG verlor dadurch sichtbar ihren Rhythmus, dazu kamen technische Fehler und überhastete Abschlüsse. Hatten nutzte die Unruhe konsequent aus und kam innerhalb weniger Minuten zurück. Zwischen der 25. und 28. Minute trafen die Gäste viermal in Folge und glichen zum 16:16 aus. Bremen behielt trotzdem die Nerven. Glenn Rades brachte die SG erneut in Führung, erhöhte wenig später selbst auf 18:16. Hatten verkürzte noch einmal, mit 18:17 ging es in die Pause.
Trainer Luke Pehling sah in der Partie eine besonderen Herausforderungen :
„Wir haben auf viele Spieler verzichten müssen, dass hat dieses Spiel natürlich zu einer besonderen Herausforderung gemacht. Auch wenn wir uns zwischendurch schwergetan haben, bin ich stolz darauf, wie die Jungs diese Aufgabe angenommen haben. Dass es am Ende so deutlich wird, war vorher nicht abzusehen. Vor allem mit der Abwehrleistung in der zweiten Halbzeit bin ich sehr zufrieden. Dazu hatten wir wieder eine starke Torhüterleistung und unsere Außen haben ihre Chancen konsequent genutzt. Auch Tammo hat uns aus der zweiten Mannschaft richtig gut unterstützt. Unter den Umständen können wir mit diesem kämpferischen Auftritt sehr zufrieden sein.“
Nach dem Seitenwechsel zeigte die SG dann ein anderes Gesicht. Vor allem defensiv bekam Bremen deutlich besseren Zugriff und zwang Hatten immer wieder zu schwierigen Abschlüssen. Gleichzeitig lief das Tempospiel wieder an. Die Folge: Bremen setzte sich Stück für Stück ab.
Rund sieben Minuten nach Wiederanpfiff stand es bereits 25:20. Hatten fand zwar noch einmal Antworten und verkürzte auf 26:22, doch Bremen ließ sich diesmal nicht aus dem Konzept bringen. Keller erzielte wichtige Treffer, Glenn Rades blieb von außen fehlerfrei und auch die übrigen Spieler übernahmen konsequent Verantwortung.
Besonders stark präsentierte sich Jonas Keller. Der Mittelmann war mit neun Treffern bester Werfer der SG und sorgte gerade in der zweiten Halbzeit mit seinem enormen Tempo immer wieder für Probleme in der Hatten-Sandkruger Abwehr. Auch Pierre Kohaupt knüpfte im Tor an seine starken Leistungen aus den vergangenen Spielen an und erzielte im vierten Saisonspiel sogar seinen vierten Treffer. Hinter ihm zeigte Tim Fieritz ebenfalls eine starke Partie und entschärfte drei Siebenmeter der Gäste.
Wie schon beim 33:26 gegen Schiffdorf erwiesen sich auch diesmal die Außenspieler als sichere Bank. Glenn Rades traf achtmal bei acht Versuchen. Insgesamt kamen die Bremer Außenspieler auf 14 Treffer bei einer hundertprozentigen Wurfquote.
In der Schlussphase machte Bremen dann genau das, was man sich nach dem vergangenen Spiel gegen Schiffdorf vorgenommen hatte. Keine Hektik, kein Einbruch, kein unnötiges Herankommenlassen des Gegners. Hatten verkürzte in der 53. Minute zwar noch einmal auf 33:27, doch danach gehörte die Partie endgültig den Gastgebern. Rüsch, Bergmann und Winter legten nach, Naumann erhöhte auf 37:27 und Winter machte kurz vor Schluss das 38:27. Den Schlusspunkt für die Bremer setzte Lennart Bergmann mit seinem zweiten Treffer zum 39:27, ehe Markus Zindler den letzten Treffer der Partie zum 39:28 erzielte.
Teammanager Lennart Bergmann, der selbst zweimal traf, ordnete den Abend so ein:
„Das war eine schwere Aufgabe gegen einen Gegner, der selbst eine richtig schnelle erste Welle spielt. Wir konnten über 60 Minuten das Tempo mitgehen und haben gezeigt, dass auch Hatten mit unserem Tempo irgendwann nicht mehr mithalten kann. Jeder hat seine Aufgabe angenommen und Verantwortung übernommen. Ich freue mich besonders darüber, dass Tammo uns so gut unterstützt hat. Mit dem Saisonstart sind wir natürlich sehr zufrieden. Gleichzeitig wissen wir, dass die nächsten Spiele, angefangen mit dem kommenden Auswärtsspiel in Fredenbeck, uns wieder alles abverlangen werden.“
Die SG Bremen-Ost setzt damit ein weiteres Ausrufezeichen und zeigt, dass die Mannschaft auch mit einem stark dezimierten Kader Lösungen findet. Nach vier Spielen stehen 8:0 Punkte auf dem Konto. Die nächste Aufgabe wartet nun auswärts beim VfL Fredenbeck.